Wie Corona das Leben verändert hat und was mir Sorge bereitet

Mit dem Handbike unterwegs am Roten Hang – Bild Nr. 202009041759

Wer hätte das gedacht, dass einmal eine Pandemie unser Leben so auf den Kopf stellt? Ein Virus das, wie immer es seinen Weg in die Welt gefunden hat, ein neue Krankheit (Covid 19) verursacht, an der schon Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt gestorben sind, und viele, die eine Infektion überlebt haben, mit schweren gesundheitlichen Schäden zu kämpfen haben, und sich nicht sicher sein können, ob sie jemals wieder gesund werden, hat unser aller Leben tiefgreifend verändert.

Ich bin dankbar, bislang von einer Infektion mit dem neuen Coronavirus verschont geblieben zu sein. Ich bin  dankbar, in einem Landkreis zu leben, in dem das Infektionsgeschehen gering ist und bin dankbar zusammen mit meiner Frau in einem geräumigen Haus auf dem Land leben zu können. Aber was ist aus all den Kontakten, den Freundschaften und Bekantschaften, den Begegnungen in Vereinen und Interessengruppen geworden? Das alles liegt auf Eis. Nur die Begenungen mit unseren Kindern, einigen wenigen älteren Familienangehörigen und ganz wenigen Freunden sind geblieben. Und alle anderen? Klar, denen geht es wahrscheinlich genauso wie uns. Auf der einen Seite wollen wir eine Infektion unter allen Umständen vermeiden, auf den anderen Seiten sehnen wir uns nach Normalität: Wieder gute Freunde umarmen zu können, zwanglos zusammen zu sitzen und zu plaudern, etwas gemeinsam zu unternehmen, zusammen essen zu gehen;  all das fehlt so sehr.

Werden wir irgendwann wieder in der Lage sein, uns normal zu verhalten, wieder offen zu sein für Begegnungen und Treffen in Gruppen und Vereinen? Prägt uns diese Pandemie so sehr, dass wir nicht mehr frei von Ängsten offen miteinander umgehen können? Wird der Abstand weiter unser Leben bestimmen? Das treibt mich in letzter Zeit um, und bereitet mir große Sorgen, denn ich spüre es sehr deutlich, das virtuell gewordenen Kontakte über soziale Medien nicht mehr so sind wie gelebte Kontakte. Das Miteinander scheint sich abzukühlen. Seien wir wachsam, dass wir bereit bleiben, Nähe wieder zuzulassen, damit wir nicht einsam werden.

Die Rheinwelle in Gau-Algesheim – Bild Nr. 202008221235

Auch wenn es mir persönlich immer noch gut geht, und ich mich mit meiner eigenen Behinderung inzwischen arrangiert habe, so musste sich bei mir trotzdem einiges ändern. Lief es mit meinem Konstruktionsbüro bis letztes Jahr immer noch recht ordentlich, so musste ich dieses Jahr hinnehmen, wie ein langjähriger Kunde, mit dem ich einen dringend benötigten großen Auftrag bereits fertig ausgehandelt hatte, das Projekt wegen der Pandemie zunächst verschoben und später dann abgesagt hatte. Das war ein wirtschaftlicher Schlag in die Magengrube, wie ihn viele andere Unternehmer, denen mein volles Mitgefühl gilt, in ähnlicher Form auch erlebt haben. Für mich ist es ein Glück dass ich auf Grund meiner Schwerbehinderung bereits vor Erreichen des regulären Rentenalters abschlagsfrei in Rente gehen konnte. Das hatte ich bereits zu Beginn der Pandemie auf den Weg gebracht, und konnte mich auf diesem Weg wirtschaftlich in die Rente retten. Zwar muss ich, da weiterhin Verbindlichkeiten aus der Geschätstätigkeit bestehen, noch etwas weiter arbeiten, aber zum Glück nicht mehr mit dem Erfolgsdruck wie bisher, was mir auch gesundheitlich, körperlich wie seelisch, angenehm zugute kommt.

Mit dem Handbike am Niersteiner Wartturm – Bild Nr. 202009011643

Trotz mancher sorgenvollen Gedanken verbunden mit einer tiefen Abneigung für die leider notwendigen Abstands- und Hygienemaßnahmen, geht das Leben doch weiter und, anpassungsfähig wie wir Menschen halt sind, richten wir uns auch im Leben mit der Pandemie ein. Unser Urlaub fand dieses Jahr in einem Ferienhaus in Brandenburg statt, und es hatte uns an nichts gefehlt. Dadurch, dass Restaurants wieder offen sind und auch Einrichtungen wie z.B. Schwimmbäder nach dem Lockdown wieder geöffnet haben, erleben wir zumindest etwas Normalität, die uns mit der Situation ein wenig versöhnt.

Allgemein ist zu beobachten, das Urlaub in Deutschland und Fahrrad fahren derzeit einen Boom erleben. Aber aus gemeinsamen Fahrrad-/Handbiketouren mit Freunden ist dieses Jahr leider nichts geworden. Da hoffe ich auf das nächste Jahr. Etwas Gutes hat die Situation für mich überraschenderweise aber auch gebracht: Zum einen stehen in Restaurants die Tische jetzt soweit auseinander, dass ich keine Mühe mehr habe mir mit dem Rollstuhl meinen Weg zu bahnen. Das darf gerne so bleiben. Zum anderen habe ich, bedingt durch die begrenzte Besucherzahl in den Hallenbädern, das Schwimmen wieder für mich entdeckt. So bin ich einmal die Woche in der „Rheinwelle“ und genieße es, ohne Gedränge im Becken meine Bahnen ziehen zu können und von den barrierefreien Einrichtungen des Bades zu profitieren. Das werde ich auf jeden Fall weiter nutzen so lange es geht.

Zum Schluss noch ein Wort an meine und unsere Freunde und Bekannten: Ich freue mich auf die Zeit, wenn wir uns wiedersehen und uns frei von Ängsten zur Begrüßung umarmen können. Seid gewiss! Ich freue mich auf Euch, wann auch immer wir uns wiedersehen können. Bis hoffentlich bald!

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