Kirche barrierefrei – Die Katharinenkirche in Oppenheim

Katharinenkirche Oppenheim: Blick vom Altarraum zur Woehl-Orgel – Bild Nr. 201909083001

Ich gehe (rolle) ja nicht allzu oft in die Kirche, obwohl ich es eigentlich gerne tue. Wenn ich erst einmal hier bin, dann fühle ich mich gleich ein Stück weit wie zuhause. Heute bin ich mal wieder ins 10 km entfernte Oppenheim gefahren, um seit langem mal wieder einen ganz normalen Gottesdienst in der evangelischen Katharinenkirche zu besuchen. Es gibt drei Gründe, warum ich dies eher selten in meiner Heimatgemeinde Mommenheim, dafür aber umso lieber in Oppenheim tue: Erstens begeistert mich dieser große gotische Kathedralbau immer wieder auf’s neue. Zweitens hatte ich in den frühen 1980er Jahren mal hier gewohnt und hatte auch in der Kantorei mitgesungen. Solche Erinnerungen verblassen nicht. Ja, und drittens ist man hier in der Gemeinde auf Barrierefreiheit bedacht, und das obwohl sich hier nicht gerade die Rollstuhlfahrer die Klinke in die Hand geben.

Sowohl der Hauptzugang, als auch der etwas höher gelegene Zugang zum Westchor sind mit dem Rollstuhl gut nutzbar. Es gibt in einem Nebengebäude eine Behindertentoilette und auch im benachbarten Gemeindehaus ist man dabei, im Rahmen einer Generalsanierung entsprechende Toiletten zu installieren. Das ist in soweit bemerkenswert, dass die mittelalterlich anmutende Oppenheimer Altstadt in einer recht steilen Hanglage liegt. So gesehen ist die Stadt leider nicht nur „nicht barrierefrei“ sondern sie ist eine einzige Barriere. Schade eigentlich, wo sie doch so schön anzusehen ist. Aber immerhin ist mit der Katharinenkirche wenigstens das wichtigste Wahrzeichen der Stadt für Rollstuhlfahrer erreichbar. Allerdings um dort hinzugelangen, sind entweder ein Helfer zum bergauf schieben oder technische Hilfen notwendig. Mit meinen Radnabenantrieben (Twion) konnte ich ohne größere Probleme den Weg vom Auto zur Kirche und zurück trotz Steigungen und Gefällen bewältigen. Ich sag‘ es ja immer wieder: Erst gute brauchbare Hilfsmittel machen das Leben mit Behinderung erträglich.

Katharinenkirche Oppenheim: Blick durch’s Langhaus zum Ostchor – Bild Nr. 201909083003

Den Gottesdienst fand ich entspannend und die Predigt hatte mir sehr gut gefallen. Zu meinem Bedauern musste ich allerdings feststellen, dass ich nicht mehr singen kann. Die Tenorstimme ist weg, die Stimmbänder gehorchen mir einfach nicht mehr so wie früher. Das scheint mal wieder eine neue Facette meiner Erkrankung zu sein, die mir erst jetzt so richtig bewusst wird. Wirklich schade, wo ich doch früher so gerne gesungen hatte. Zum Glück gibt es beim Sprechen noch keine größeren Probleme und ich hoffe, dass es auch dabei bleibt.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch im Westchor die Möglichkeit sich bei einer Tasse Kaffe zu unterhalten, was auch von vielen Gottesdienstbesuchern und mir dankbar angenommen wurde. Schön, dass hier die Kirche ein Ort zur Begegnung ist, auch wenn man als nicht ortsansässiger einfach mal so reinschaut.

Katharinenkirche Oppenheim: Das Langhaus – Bild Nr. 201909083000
Katharinenkirche Oppenheim – Bild Nr. 201109152640

2 Kommentare

  1. Hallo Georg,
    du hast die Bilder und den Text ja schnell ins Netz gestellt.
    Stimmige Aufnahmen, die sowohl Ruhe als auch Schutz für mich ausdrücken.
    Dass deine Stimme nicht mehr so ist wie früher, dass ist vielleicht auch der mangelnden Übung geschuldet. Wenn du wieder mehr singen würdest (Hinweis Atemübungen) , könnte es eventuell auch wieder besser werden. Ich wünsche es dir auf jeden Fall.

    Ich bin auch auf dem Weg in die Marktkirche Neuwied.
    Dort findet heute um 18 Uhr der Neuwieder Evensong statt. Es werden 4 verschiedene Chöre singen und ich werde davon Bilder machen. Diese Art Veranstaltungen erfreuen seit einiger Zeit eine ständig wachsende Zuhörerschar. Da kann man manchmal sogar eine (fast) volle Kirche vorfinden.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag und eine Gute Woche
    Viele Grüße
    Rainer

    1. Hallo Rainer,

      mangelnde Übung ist natürlich eine plausible Erklärung für den Verlust der Singstimme, und ich wäre glücklich, wenn Du recht hättest. Nur passt diese Einschränkung neben Sprach- und Schluckbeschwerden leider zum Krankheitsbild. Aber abschließend kann und will ich das noch nicht bewerten. Warten wir’s ab…

      Dir auch noch einen schönen Restsonntag und eine schöne Woche.

      LG, Georg

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