Heidelberger Rollstuhlmarathon 2019

Einmal Sportler – Für einen Tag

Letzte Startvorbereitungen für den Marathon – Bild Nr. 201907070945

Heidelberg – Das ein Marathon nicht nur etwas für Läufer ist, sondern sich auch als Sport für Rollstuhlfahrer etabliert, sieht man bei vielen dieser Veranstaltungen daran, dass es auch immer öfter Rennen für Rollstuhlfahrer respektive Handbikefahrer gibt. Der Heidelberger Rollstuhlmarathon ist ein Veranstaltung in erster Linie für Rollstuhlfahrer und das bereits seit 30 Jahren. Die Strecke auf den Autostraßen beidseitig des Neckar bieten sich für einen Rundkurs an. Gestartet wird auf der Uferstraße an den Neckarwiesen unter der Theodor-Heuss-Brücke. Dann geht es über die Ernst-Walzbrücke zum südlichen Ufer des Neckar auf die Bundesstraße 37 bis nach Neckargemünd. Dann geht es wieder über die dortige Brücke auf die Landesstraße 534, und dann am nördlichen Neckarufer zurück zur Uferstraße. Das sind 22 km also etwas mehr als ein Halbmarathon (21,0975 km) Nimmt man die Strecke zweimal kommt bei einer Distanz von 44 km ein voller Marathon (42,195 km) zusammen. Beim Hauptrennen der Liegebiker wird diese Distanz gefahren. Die Sportler sind hier mit beeindruckenden Geschwindigkeiten von 50 bis 60 km/h unterwegs, und so wundert es nicht dass am 07.07.2019 ein neuer Weltrekord gefahren wurde: 57:06 Minuten über die Marathon-Distanz.

Nun waren bei diesem Marathon nicht nur die Athleten in ihren Liege-Bikes am Start, sondern auch Kinder im Rollstuhl konnten ihre Kräfte und ihr Geschick messen. Erstmals gab es auch ein Rennen für Anklemm-E-Bikes. Und da kommt meine Teilnahme ins Spiel. So konnte ich erstmals einen Halbmarathon, d.h. eine Runde von Heidelberg nach Neckargemünd und zurück quasi unter Wettkampfbedingungen fahren. Natürlich sind diese Hybrid-Handbikes, wie man sie auch nennt keine Rennmaschinen, dafür sind das Gewicht, der Rollwiderstand und die Aerodynamik zu ungünstig. Allerdings fahren sich die Gespanne aus Rollstuhl und Anklemm-E-Bike aber komfortabel und entspannt, nicht zuletzt wegen der elektrischen Unterstützung bis 25 km/h.

Start des Kinderrennens – Bild Nr. 201907072670

Dann kam um 13:00 Uhr endlich der besonderer Moment, der Countdown zum Start lief, und dann galt es mit dem Startschuss mit voller Kraft zu beschleunigen. Ich wusste vorher nicht noch ob ich eher zu den schnelleren oder den langsameren Fahrern gehöre. Auf einen Sieg zu hoffen, hatte ich mir garnicht erst erlaubt. Ich war einfach nur gespannt wie es sein wird und ohnehin galt für mich von vorne herein das Motto „Dabei sein ist alles“. Vom Start kam ich noch gut weg, musste dann aber schnell zusehen wie ich von 8 Mitstreitern überholt wurde, aber ich konnte auch andere hinter mir lassen. Ich spürte schnell, dass mir Herz und Kreislauf Grenzen setzten. Diese Grenzen habe ich vernünftigerweise akzeptiert, und bin damit letztendlich doch noch gut gefahren. Immerhin bin ich im Schnitt 5 km/h schneller unterwegs gewesen als ich üblicherweise fahre. Das ist schon ein enormer Unterschied. Am Schluss habe ich die Halbmarathon-Distanz mit 57:07 Minuten als neunter geschafft, nicht rekordverdächtig, aber für mich eine Leistung, die ich mir schon lange nicht mehr abverlangt habe. Es war ein tolles Erlebnis von den Menschen am Straßenrand angefeuert zu werden, also für einen Tag ein richtiger Sportler zu sein. Das hat Spaß gemacht und macht mich auch ein wenig stolz. Sollte es auch in zwei Jahren wieder so ein Rennen geben, und ich es gesundheitlich verantworten kann, werde ich gerne, mit Einsatz der Erfahrungen die sammeln konnte, wieder mitmachen.

Start des Hauptrennens – Bild Nr. 201907072680
Kurz vor dem Start der Anklemm-E-Bikes – Bild Nr. 201907071227

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