Handbike: Das perfekte Sportgerät für Rollstuhlfahrer

Stricker Handbike zur Montage am Aktivrollstuhl – Bild Nr. 201903242013

Jeder, der auf die Benutzung eines Rollstuhles angewiesen ist, kennt das nur zu gut: Den ganzen Tag zu sitzen und den Rollstuhl außer Haus über unebene und schräge Fußwege zu bewegen – Das ist nicht die Bewegungsfreiheit die man sich erhofft. Einfach mit dem Rollstuhl größere Entfernungen zurück zu legen, Einkaufen zu fahren, Dinge in der Stadt zu erledigen oder einfach mal einen Ausflug zu machen, egal ob es nur 2 oder 3 Kilometer sind oder eine richtige Tour von 50 Kilometern und mehr. Die Freiheit zu genießen, von der begeisterte Radfahrer schwärmen, das wünscht man sich auch als Rollstuhlfahrer.

Mit einem Vorspann-Handbike wird das möglich. Während man im Rollstuhl sitzen bleiben kann, lässt sich das Gerät am Rahmen des Rollstuhles anklemmen, danach noch leicht anheben und einrasten und schon sind die Lenkrollen des Rollstuhles nicht mehr am Boden und die Fahrt kann beginnen, sicher auf drei Rädern. Der Vorteil gegenüber rein elektrisch angetriebenen Lösungen liegt klar auf der Hand: Durch die Kurbelbewegung und den je nach Fahrweise benötigten Kraftaufwand tut man damit einiges für die Gesundheit. Herz und Kreislauf, Arme, Schulter- und Bauchmuskulatur werden trainiert. Das tut damganzen Körper gut, und die Freiheit auf Rädern der Seele. Der Bewegungsradius vergrößert sich enorm, und wer gut trainiert ist, wagt sich auch an längere Touren. Immerhin kann man mit so einem Hybrid-Handbike bis 25 km/h mit elektrischer Unterstützung fahren, darüber nur noch mit Muskelkraft, so wie bei einem E-Bike.

Der Fahrkomfort dieser Sportgeräte ist inzwischen sehr hoch: Die langen Kurbeln sind perfekt auf das Kurbeln mit den Armen abgestimmt, eine 8-Gang-Schaltung sorgt für die richtige Übersetzung in allen Situationen und ein moderner elektrischer Hilfsantrieb unterstützt den Fahrer insbesondere beim Anfahren und auf Steigungsstrecken. Ein zusätzliches Planetengetriebe am Kurbellager bietet mit seiner 2,5-fachen Untersetzung eine wertvolle zusätzliche Unterstützung beim Bewältigen von stärkeren Steigungen. Ein elektrischer Rückwärtsgang hilft, das Gespann zu rangieren.

Leider wird die Kosten für die Anschaffung eines solchen Handbikes, trotz des gesundheitlichen Nutzens, in der Regel nicht ohne Widerspruch von der Krankenkasse übernommen. Hier sollte man allerdings versuchen vom Arzt die entsprechende Unterstützung zu bekommen. Ein Versuch ist es allemal wert. Immerhin werden zum Beispiel oftmals elektrische Zuggeräte übernommen, die zwar auch die Lebensqualität klar verbessern, jedoch nicht die sportliche Aktivität fördern. Hartnäckigkeit und gute Argumenten können hier aber zum Erfolg führen.

Am Drei-Grazien-Brunnen in Zornheim – Bild Nr. 201903272016

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